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Blog der Lieder
31 posts
Gesammelte Gedichte von Maik Alwin
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blogderlieder · 28 days ago
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Bruder Wind
Wenn er sich zu regen beginnt, der Wald die alten Lieder singt, das Glockenspiel am Fenster klingt, dann tanzt mein Bruder Wind;
Er ist ein verspielter Gesell, der mit dem Gras auf Weiden ringt, dort sträubt sich manches Fell, hier er das Laub zum Tanzen bringt
Erst streichelt er durchs Haar, ums gleich wieder zu zerzausen, fliegt mit bei jeder Vogelschar, um unter den Flügeln zu brausen;
Wenn er sich zu regen beginnt, der Wald die alten Lieder singt, das Glockenspiel am Fenster klingt, dann tanzt mein Bruder Wind;
Er lebt auf der hohen See, dort wo selbst die Fische fliegen, sowie auf Bergen voller Schnee, dort tollt er mit den Ziegen;
Er ist einfach nicht zu fassen, unbegreiflich noch dazu, kannst ihn lieben oder hassen, er kommt und er geht im Nu;
Wenn er sich zu regen beginnt, der Wald die alten Lieder singt, das Glockenspiel am Fenster klingt, dann tanzt mein Bruder Wind;
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blogderlieder · 4 months ago
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Der Kokon
Er hat sich eingesponnen, ein Kokon aus Seidenstahl, aus totem Blut geronnen, die Trauerweide ist kahl, in deren Geäst er klebt, an einem dünnen Faden, der entscheidet, wer lebt, wen fressen die Maden, träumt nicht vom guten Tod, sondern vom schlechten sterben, darin liegt unsere Not, ja alles liegt in Scherben, sie spiegeln alles wieder, all begreifliches Unglück, die Wahrheit ist zuwider, sie lässt rein gar nichts zurück, kein noch so falsches hoffen, denn das stirbt ja viel zu früh, unser Ende bleibt offen, vergeben ist alle Müh;
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blogderlieder · 4 months ago
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Amorbogen
Amorbogen, straff gespannt, sanft geschwungen, zeitgleich spitz wie ein Pfeil, dennoch rund, verbissen und samtig weich, bebend, wie die Nacht so still, verschwiegenes Rosenrot, geheim und voll, ich will dir Atem spenden in der Not, in den Flügeln, der Wind der aufzieht und in dich ein, so zart und ach so lind;
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blogderlieder · 5 months ago
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Drachendreck
Lauschet artig, denn ich greif in die Saiten, tut gut dran, Herz und Ohren zu weiten ...
Es gab eine Zeit, da tobte ein Wurm, der fegte übers Land, gleich einem Sturm, der pflügte die Höfe, brannte die Felder, verschwand brüllend über die Wälder, So ging es zu, jahrein und jahraus, in denen der Drache, frönte dem Braus.
Einst erschien ein Recke, wohlgestählt, ein Held, auf den ein jeder zählt, er schlich, achtsam, zum Schuppentier, schnarchte selig, roch nach Blut und Bier, doch noch ehe der Recke hob die Klinge, ich von seinem feurigen Ende singe.
Herzhaft rülpste der Drache ihn an, zu Asche ward der starke Mann, die der Wurm blies aus seinem Hort, wehte über Berg und Tal hinfort, geriet einem Rattenfratz ins Äugelein, starb fiepend inmitten der Brüderlein. Das graue Pack schwor blutige Rache, einer piepste sogar laut, „Tod dem Drache“, so zogen die Ratten über Berg und über Tal, Krähen besangen den Zuge im Choral, eine Spinne webte allen Seidenseile, bei Familie Maus rasteten sie eine Weile.
Schließlich ward der Hort erklommen, da hieß sie schon die Bestie willkommen, mit rasselnden Schuppen kroch er daher, doch als er sie sah, konnte er nicht mehr, er lachte so laut, dass die Erde bebte, denn so etwas er noch nie erlebte.
Zornig und rasend rannte die Meute, zu ihrer riesigen, spottenden Beute, die rollte sich auf den stachligen Rücken, lachte noch immer voll Entzücken, die Ratten über seine Klauen tanzten, sprangen mit Geschrei auf seinen Ranzen. Gemeinsam bissen sie herzhaft zu, der weiche Bauch gab nach im Nu, der Drache, der brüllte gar fürchterlich, die Peiniger trollten sich brüderlich, sausten Hals über Kopf aus dem Hort, über Stock und Stein, auf und hinfort. Der Drache folgte ihnen sogleich, stürzte aus dem Berg, schon kreidebleich, schlug schnaufend mit den Flügeln, konnte seinen Zorn kaum mehr zügeln, der einst adlerscharfe Drachenblick, nun durch Tränen ganz erstickt.
Halb blind und zitternd stürzte er ab, fiel beulenübersät auf die Erde herab, röchelte dort sein mächtiges Leben aus, dass kannte doch nur Saus’ und Braus’, starb nicht im Kampf, sondern in Schande, besiegt von einer räudigen Rattenbande.
Die tanzten rund um das Gebein des Drachen, nun leblos wie ein Stein, keine Klinge siegte in diesem Fall, sondern Keime, Viren und Pilzbefall, dem Drachen gab zuletzt den Rest, der schwarze Tod oder auch die Pest.
Heut hausen die Ratten guter Dinge, die Ich natürlich am Ende singe, inmitten der zerfallenen Leiche, aus deren Bauch spross eine Eiche, da erzählt man sich noch heut die Sage, des Drachens und der rettenden Plage.
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blogderlieder · 6 months ago
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Da
Da warst du bei mir, aber Du warst nicht da, da du nicht bei Mir warst, waren Wir nicht da;
Da war auch ich, war bei dir, eben Da, da Wir nicht waren, ohne uns, alleine da;
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blogderlieder · 8 months ago
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Gelichter
Der Tag stirbt jung, der Himmel erlischt, kein Sonnenstrahl der durch Wolken bricht, Todes Bruder birgt uns in seinen Schwingen, hört ihn in der Stille sein Schlaflied singen;
Lauscht, die dunkelste Stunde hat geschlagen, Götter beginnen durch die Nächte zu jagen, es braust und stürmt, nur fürchtet euch nicht, die Finsternis gebiert am Ende das Licht;
Rückt näher zusammen, weihet die Nacht, in jedem Heim werden Lichter entfacht, der Schein der Kerzen soll uns erinnern, an das Licht das brennt in unserem Innern; 
Je dunkler die Nacht, desto heller das Wort, welches auf den Lippen der Dichter brennt, denn wenn alles um uns herum verdorrt, ehren wir das Feuer, dass man Liebe nennt;
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blogderlieder · 11 months ago
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Briefgeheimnis
Der Umschlag, Schlafrock der Liebesbriefe, ist nunmehr nur noch ihr Leichenhemd, ihre letzte Ruhestätte ein Schuhkarton, einst vertraute Absender, heute fremd;
Eine Postkarte, aus einem fernen Land, nach langer Reise in geselliger Runde, zusammen mit allerlei Glückwünschen, froher als auch schlechter Kunde;
Zeilen voll verschmitzter Verliebtheit, riechen noch immer nach Rosenblüten, aus einer Zeit, bevor wir uns trafen, werde mich heut vor solch Eiden hüten;
Alles aus Tinte gegossene Erinnerungen, bleiben länger farbig, als graue Zellen, gleich einer Träne im Fluss des Vergessens, schlagen sie in meinem Herzen Wellen;
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blogderlieder · 1 year ago
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Wie
Wie soll ich noch brennen, wenn das Feuer in mir erlischt, Wie soll ich noch fliegen, wenn man mir die Flügel bricht,
Wie soll ich noch stehen, wenn man mich unterdrückt, Wie soll ich noch lächeln, wenn mir nichts mehr glückt,
Wie soll ich noch singen, wenn ich nicht mal atmen kann, Wie soll ich noch hoffen, wenn alles endet ehe es begann,
Wie soll ich noch sehen, wenn der Schein am Ende trügt, Wie soll ich noch glauben, wenn man sich selbst belügt,
Wie soll ich noch lachen, wenn mir nach weinen ist, Wie soll ich noch lieben, wenn Du nicht bei mir bist;
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blogderlieder · 1 year ago
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Seepferde
Tausend Hufe schlagen auf nassen Sand, Schaum und Gischt, dies ist ihr Gewand, Tausend weiße Mähnen, wehen im Wind, Sie galoppieren über die Fluten geschwind;
Überwinden jede Woge, jede tosend Welle, nehmen das Wasser, gleich einem Gefälle;
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blogderlieder · 1 year ago
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Die Pflicht
Ich hörte deinen ersten Schrei, sah dein erstes Lächeln auch, stand dir in Not und Freude bei, spürtest nie mehr als einen Hauch;
Ich wachte über deine Schritte, doch habe ich sie nie gelenkt, manchmal auch der stille Dritte, hielt beschämt den Blick gesenkt;
Ich sah dich am Abgrund stehen, doch fallen ließ ich dich nie, niemals konntest du mich sehen, nicht mal hören wenn ich schrie;
Ich liebte dich schon immer, es konnte, durfte nur nicht sein, nun glücklich werde ich nimmer, trage die Last des Heiligenschein;
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blogderlieder · 1 year ago
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Beerensüß
Beerensüß, so ist der Duft, der blauen Nebel, unsre Luft wird knapp, wir atmen Not, erstickt vom Feuer, sind tot und schon längst gestorben, wie die Beeren verdorben;
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blogderlieder · 1 year ago
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Zauberspruch
Du willst reden, auf ein Wort, hör gut zu, gleich hier vor Ort, denn wenn die Worte rauschen, wirst du bald auf ewig lauschen, sie reißen dich mit in ihrem Fluss, jeder Vers ein Flammenkuss, Blitze zucken aus meinem Mund, tut vielerlei Wahre Lügen kund;
Hängst schon an meinen Lippen, willst von ihnen Worte nippen, herb und süß wie wilder Wein, voller Kraft und doch so fein; nichts wird für ewig währen, Süßes muss am Ende gären, so aus Trauben Wein gemacht, wie jedem Tage folgt die Nacht;
Jede Silbe, jeder stumme Laut, geht dir gleich unter die Haut, selbst ein Seufzen ist Litanei, ein Hymnus das Wehgeschrei, welches auf ewig widerschallt, durch das All der Welten hallt, Worte silbern wie der Mond, der zwischen Sternen thront;
Versteh doch, was Ich sagen will, lausche mir und schweige still, wie es seit jeher der Weisen Art, halt deine Meinung gut verwahrt, denn sind Worte erst gesprochen, aus deinem Herz gekrochen, verraten sie, wie es so schön heißt, bist zwar selig, doch arm im Geist;
Überlass das zaubern freien Geistern, Schelmen, Narren, Hexenmeistern, selbst wenn man uns verlacht, steigert dies nur unsere Macht, über jene die uns doch verstehen, den Sinn im Unsinn funkeln sehen, gedenke dem, was Ich vergaß, die Verse sind alle, voll das Maß;
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blogderlieder · 1 year ago
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Seemannsbraut
Der Sturm tobt seit Ewigkeiten, lässt mein Schiff über Wellen reiten, Tag und Nacht gibt's schon lange nicht mehr, alle Gestirne versanken im Meer, die Sonne, der Mond und die Sterne, sie gingen verloren in der Ferne;
Mit Tauwerk ans Steuerrad bespannt, der Blick auf die raue See gebannt, bin der Letzte der noch aufrecht steht, werde von Tod und Verderben umweht, während Männer wie Kinder flehen, muss ich dem Sturm ins Auge sehen;
Schwarz ist das Wasser, weiß die Gischt und als sich Himmel und Meer vermischt, entsteigt den Fluten eine Riesengestalt, unfassbar schön und doch bitterkalt, so herrlich das es jedem Manne graut, ja ich kenne sie, die Seemannsbraut;
Sie sucht nach einem Wassermann, mit dem sie für immer tanzen kann, dieser Bräutigam, das soll Ich sein, geh ich mit ihr kehre ich nie mehr heim, wer Hochzeit feiert mit dem wilden Meer, macht eine Reise ohne Wiederkehr;
Es wäre so leicht sich hinzugeben, denn alles Leiden hängt am Leben, kaltes Wasser füllte meine Lungen, ich hätte endlich genug gerungen, aber nein, noch gebe ich nicht auf, so nimmt das Schicksal seinen Lauf;
Mitten in den Sturm halt ich hinein und sollt dies unser aller Ende sein, gehen wir unter ohne Weh und Klag, zum Sterben ist’s ein guter Tag, wir trotzen allen Urgewalten, kein Weib vermag uns zu halten; Das Meer will sich an mir rächen, will den Kahn in Stücke brechen, Leinen reißen und Ruder splittern, Segel zerfetzen und Männer erzittern, der Sturm peitscht mir scharf ins Gesicht, doch im Dunkeln seh' Ich ein Licht; Aufs offene Meer hinausgespien, so konnten wir dem Sturm entfliehen, der noch in unserm Rücken tobt, heute wird keiner mehr verlobt, auch so weiß von uns ein jeder genau, wir sind die ihren und sie unsre Frau;
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blogderlieder · 1 year ago
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Liebenswert
Tagtäglich denke ich an die Liebe, egal wie viele Verse ich auch schriebe, es ist noch lange nicht genug gesagt, wie sehr sie Herz und Seele plagt, doch hab ich mich nun gefragt ...
Ist der Hass nicht auch liebenswert, wo er doch Herz um Herz verzehrt, wieso ward er nie so sehr verehrt, wo Federn fallen siegt das Schwert;
Nachtnächtlich träum ich von dir, fülle mit Liebe, Lust und Leid Papier, ich klammer mich an meine Qual, Tränen schmecken nur noch schal, doch hab ich hier nicht eine Wahl ...
Ist der Hass nicht auch liebenswert, wo er doch Herz um Herz verzehrt, wieso ward er nie so sehr verehrt, wo Federn fallen siegt das Schwert;
Tagtäglich stelle ich mich Fragen, ‚es geht so’ kann ich grad’ so sagen, denn das wieso, weshalb, warum, das ist mir alles viel zu dumm, doch denke Ich nur stumm ...
Ist der Hass nicht auch liebenswert, wo er doch Herz um Herz verzehrt, wieso ward er nie so sehr verehrt, wo Federn fallen siegt das Schwert;
Nachtnächtlich erfrier ich etwas mehr, so sehr ich mich auch dagegen wehr, mit Raureif ist mein Herz bedeckt, aus dem eiskaltes Feuer leckt, doch Ich ahne, was in mir steckt…
Ist der Hass nicht auch liebenswert, wo er doch Herz um Herz verzehrt, wieso ward er nie so sehr verehrt, wo Federn fallen siegt das Schwert;
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blogderlieder · 1 year ago
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Es
Es ist so leis, ein Herz aus Eis, seine Träume sind so starr, erfroren, durch die lange Zeit, der Einsamkeit, in tiefer Dunkelheit; Es ist so hager, der Blick ist mager, seine Seele ist so dünn, ausgezehrt, durch die lange Zeit, der Einsamkeit, in tiefer Dunkelheit;   Es ist so klein, ein Fossilienstein, seine Schale ist so hart, versteinert, durch die lange Zeit, der Einsamkeit, in tiefer Dunkelheit; Es ist so stolz, sein Wort spaltet Holz, die Zunge ist so scharf, geschliffen, durch die lange Zeit, der Einsamkeit, in tiefer Dunkelheit;   Es ist so lau, lebt nur zur Schau, seine Kraft ist so erschöpft, verbraucht, durch die lange Zeit, der Einsamkeit, in tiefer Dunkelheit;
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blogderlieder · 1 year ago
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Dunkle Herzen
Wer sagt, dass Schurken niemand lieben, sie nicht auch Gedichte schrieben, dass sich Teufel nie umarmen, mit zarter Geste gar umgarnen, dass Ratten niemals Zärtlichkeiten, sich gegenseitig unterbreiten, dass der finstre Blick der Krähe, nie ein Zeichen ihrer Liebe wäre, dass des Schnitters Knochenhand, nicht knüpfen könnt' ein Rosenband, dass Dieben bloß der Galgen droht, anstatt des leuchtend Wangenrots, dass blutleere Lippen gar nicht spüren, wenn sie mit ihrem Kuss verführen, dass selbst Dämonen nachts allein, niemals weinten im Feuerschein, dass die Hexe nur an Böses denkt, nie an einen, der ihr Blumen schenkt, dass schwarze Witwen kein einzig Mal, sich verzehren nach dem toten Gemahl, dass der grausige Alp, der dich da drückt, sich nie voll Wehmut von dir entrückt, dass die Nixe, die den See bewohnt, nicht auch nur träumt vom bleichen Mann im Mond.
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blogderlieder · 1 year ago
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Desdemona
In einer sturmumtosten Nacht, bot sich meinem sterblich’ Blick, ein Schauspiel solcher Pracht, gar göttliches Geschick;
Saß auf einer Klippe droben, ihr Leib aus Nacht und Finsternis, Haar aus Sternenlicht gewoben, die Stimme süße Bitternis;
Trug ihr Leid dem Monde dar, solch Klang noch nie vernommen, den sie schaudernd dort gebar, als sei ihr alles Glück genommen;
Zitternd schritt ich her zu ihr, sie schien so zart und so verletzlich, doch als der Blick sich hob zu mir, war sie eisern und entsetzlich;
Schrecken ergriff mein Herz, Lippen weich und Schierlingsbitter, aus Krallen blühte heißer Schmerz, ihre Zunge sengender Splitter;
So fiel ich auf den kalten Stein, alt und leer und ausgezehrt, ließ mich die finstre’ Maid allein, starb glücklich, dass ich sie genährt;
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